Das Portrait
Wem du an diesem Tag begegnest
Mandragora, die Alraune … oder die Pflanze, die davon träumte, ein Mensch zu sein.
Die Alraune, schon in der Antike als Zauber- und Heilmittel verwendet, als Hexenwurzel verteufelt, als Aphrodisiakum genutzt, will uns erinnern: Sie sieht mit ihren Wurzeln aus wie ein Greis oder ein Neugeborenes, ihr Schrei fährt uns „durch Mark und Bein“, erinnert uns an alte Zeiten, andere Zeiten in uns, kann uns zeigen, was wir, zugunsten einer unlebendigen Moral, vergessen haben.
In den Zaubererzählungen unserer Zeit begegnet uns dieses magische Wesen in der Schulgärtnerei: Alle Jungzauberer müssen beim Umtopfen der kleinen Alraunen Ohrenschützer tragen, damit der Schrei der Wurzeln sie nicht in Ohnmacht fallen lässt. Der Schrei ausgewachsener Alraunen lässt ihren Hörer in tiefe Bewusstlosigkeit fallen oder sogar versteinern — die Versteinerung durch den Schrei finden wir genau so in der Mythologie der Pflanze.
Homöopathisch erinnert uns die Alraune unter anderem an unsere Seelen-Töne; an das, was in uns raunt, flüstert, schreit oder lange verstummt ist, versteinert ist. Gefühle, die versteinert darauf warten, wieder tanzen zu dürfen, Schuldgefühle, die entlassen werden können, und eine Lebendigkeit, die erinnert werden will.
Text: Hannah Lettmann
Entstanden bei der Verreibung
Ein Gedicht wollte gedichtet werden
Ich hab geschrie’n heut nacht
Und hört’ es selber nicht
Meine Ohren war’n zu dunkel
Meine Seele war zu schwarz
Ich hab geschrie’n heut nacht
Und war es selber nicht
Mein Herz zu steinern
Meine Seele zu wund
Ich hab geschrie’n heut nacht
Und fühlt’ es selber nicht
Längst flog ich durch Welten
Längst ließ ich gelten
Keiner erinnert mein wahres Gesicht
Solange der Stein mich schützend umgibt
Solang nicht die letzte Hexe geliebt
Fliegen sie schreiend und suchen ihr Herz
Wie den Mut es zu tragen
In Freude und Schmerz.
Hannah Lettmann · Während der Verreibung am Samstag geschrieben.
Die Einladung
Was an diesem Samstag geschieht
Ganz provokativ sage ich „HeXXenprozeß“ und öffne einen Raum für einen Prozeß, der eine Begegnung mit den fünf großen magischen Pflanzen der europäischen Hexenüberlieferung enthält.
Wir, das ist der Pflanzengeist, das bist Du und das bin ich, Frank Thomaschewski, Mensch, schamanischer Lehrer, Räucherheilkünstler und Alchimist des Lebens.
Alle Tagesworkshops können unabhängig voneinander in Deinem ganz persönlichen Tempo besucht werden.
Wir arbeiten in einer schamanischen Trancereise mit dem Konzept des Guten Ortes und verreiben anschließend unser homöopathisches Mittel eigenhändig von Hand bis zur Potenz C4 — unter Anleitung, mit genug Mörsern für alle. Nach einer Pause potenzieren wir weiter, nicht durch Verschütteln, sondern in einer zweiten Trancereise mit Krafttieren, Geisthelfern und den Zeitgöttern Kairos, Chronos und Äon.
Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer nimmt am Ende des Tages das eigene Mittel mit nach Hause.
Getränke und Pausensnacks sind enthalten. Alle Materialien und Werkzeuge werden gestellt. Der Termin der kommenden Staffel wird bekanntgegeben.
Deva Mandragora & Frank ThomaschewskiHüter des HeXXenprozeßes und Botschafter des nordischen Mysteriums
Zur Einordnung. Die Pflanzen dieser Reihe sind hochgiftig, der Fliegenpilz ist psychoaktiv. Gearbeitet wird ausschließlich mit homöopathisch verriebenen Zubereitungen unter Anleitung; es wird nichts roh eingenommen und nichts zubereitet, was zu Hause nachgemacht werden soll. Die Arbeit ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung, und es wird kein Heilerfolg versprochen.